Zukunft der Industrie
Unsere Jobs sind mehr wert als ihre Profite
Zukunft der Industrie - Unsere Jobs sind mehr wert als ihre Profite
Industrie-Konferenz am 31. Oktober 2026 in Berlin
Am 31. Oktober 2026 veranstalten die Fraktionsvorsitzendenkonferenz und die Rosa-Luxemburg-Stiftung gemeinsam eine Industrie-Konferenz.
Große Teile der deutschen Industrie befinden sich in der Krise. Tausende Menschen verlieren jeden Monat ihre Arbeit und eine Hiobsbotschaft über Standortschließungen jagt die nächste. Die Bundesregierung glaubt, dieser Krise mit Angriffen auf Arbeitnehmerrechte und Dekarbonisierung begegnen zu können, hat darüber hinaus jedoch keinen Plan für eine Industrie der Zukunft.
Dem wollen wir gemeinsam mit Betriebsräten, Wissenschaftler*innen, Aktiven aus Gewerkschaften und Politik sowie Beschäftigten etwas entgegensetzen. Gemeinsam wollen wir diskutieren: Wie können wir von links dagegenhalten? Wie können wir die Auseinandersetzungen in den Betrieben unterstützen und vorantreiben? Welche Visionen und Konzepte setzen wir dem Stellenabbau und dem Abbremsen aus der Dekarbonisierung entgegen?
Datum: 31.10.2026
Uhrzeit: 11 bis 18 Uhr
Ort: Rosa-Luxemburg-Stiftung, Straße der Pariser Kommune 8A, Berlin
Programm
ab 10:30 Uhr Ankommen & Anmeldung
11 bis 13 Uhr Begrüßung, Keynotes und kurzer Talk, mit Ines Schwerdtner, Dr. Christian Christen und Jens Schäfer
13 bis 14 Uhr Mittagspause mit Imbiss
14 bis 16 Uhr Workshops
- Industrie-Dekarbonisierung unter Druck
- Rüstung als Ausweg aus der Krise der Industrie?
- Beschäftigte und ihre Interessensvertretungen für eine gemeinwohlorientierte Industrie – Beispiele u.a. aus der Stahl- und Autoindustrie
- Wem gehört die Zukunft? KI, Macht und Mitbestimmung
16 bis 16:30 Uhr Kaffee-Pause
16:30 bis 18 Uhr Abschlusspanel: Mehr als Umverteilung? Linke Industriepolitik in Zeiten von Krise und Krieg
Keynote-Speaker*innen
Workshops
Vor dem Hintergrund der Klimakrise müssen auch Industrieprozesse und Produkte frei von Treibhausgasemissionen werden, und zwar innerhalb der nächsten zwanzig Jahre. Damit verbunden ist eine weitgehende Elektrifizierung jener Anwendungen, die bislang fossil betrieben wurden (Motoren, Prozesswärme). Grüner Wasserstoff übernimmt diese Funktion dort, wo es um stoffliche Prozesse geht, etwa im Stahlbereich oder der Chemie.
Der Workshop diskutiert den Stand der Umsetzung, die internationalen und regulativen Rahmenbedingungen sowie die Herausforderungen für Beschäftigte und Regionen.
Mit Inputs von:
- Dr. Christian Christen, retranetz-bb: Industrietransformation im globalen Kontext
- Jörg Köther, Betriebsrat Salzgitter AG: Warum Salzgitter am H2-Pfad festhält
- Kerstin Eisenreich, bis 2026 MdL Sachsen-Anhalt, Die Linke: Öffentliche Chemieparks als Schlüsselelement für die Transformation
Moderation: Uwe Witt
Ist die Rüstungsindustrie die Lösung für die aktuelle Krise der deutschen Industrie? Wo bei anderen Wirtschaftssektoren aktive Industriepolitik, beispielsweise öffentliche Unternehmensbeteiligungen oder Nachfrageprogramme, die Ausnahme ist, so nicht unbedingt bei der Rüstungsindustrie. Das Panel beleuchtet die Rüstungsindustrie aus der ökonomischen Perspektive und analysiert Marktstrukturen, ökonomische Chancen und Risiken einer aktiven Industriepolitik in diesem Feld. Im Fokus stehen demokratische Mitbestimmung der Beschäftigten, politische Verantwortung statt privater Profitlogik und die Frage der Konversion.
Mit Inputs von:
- Klaus Dörre (Arbeitssoziologe)
- Jürgen Kerner (Zweiter Vorsitzender der IG Metall)
- Agnes Conrad (MdB)
- Uwe Garbe (erster Bevollmächtigter der IG Metall Ostsachsen)
Moderation: Felix Baumert
15.000 Arbeitsplätze gehen gegenwärtig in der Industrie in Deutschland jeden Monat verloren. 15.800 Menschen starben diesen Sommer an den Folgen der Hitze, alleine in Deutschland. Zwei Sachen sind offensichtlich: Die Industrie in Deutschland muss umgebaut werden und der Markt wird das nicht leisten. Wir benötigen eine gemeinwohlorientierte Industrie, die die Planbarkeit des Lebens sichert. Dafür benötigen wir zum einen dauerhaft gute Arbeitsplätze in unseren Regionen. Zum anderen müssen nachhaltige, wettbewerbsfähige Produkte produziert werden. Dies geht nur durch eine starke echte Mitbestimmung durch die Beschäftigten. Wir wollen uns darüber austauschen wie wir Beschäftigte und ihre Interessenvertretungen noch stärker ins Zentrum des Aufbaues einer Industrie bringen können, die dem Gemeinwohl dient.
Mit Inputs von:
- Ali Albayrak (Hüttenwerke Krupp Mannesmann)
- Halil Izci (ThyssenKrupp)
- Mirze Edis (MdB und Betriebsrat)
Moderation: Roland Kulke
Künstliche Intelligenz verändert schon heute, wie wir arbeiten, lernen und wirtschaften – und diese Veränderung ist nicht neutral. Sie schafft Gewinner und Verlierer, neue Abhängigkeiten und offene Machtfragen: Wem gehören die Produktionsmittel der digitalen Zukunft? Wer bestimmt über die Algorithmen? Und was bedeutet das für Beschäftigte, Betriebsräte und den Mittelstand und letztendlich für uns alle?
In diesem Workshop wollen wir gemeinsam Klarheit über die zentralen Entwicklungen bei KI schaffen, die politischen Dimensionen sichtbar machen und diskutieren, wo Zielkonflikte liegen. Im Mittelpunkt steht die Frage: Welche konkreten politischen Handlungsoptionen haben wir auf EU-, Bundes- und Länderebene und welche Forderungen muss die Linke jetzt stellen?
Mit Inputs von:
- Barbara Lampl (KI-Expertin, Verhaltensmathematikerin und Consultant)
- Tim Menzner (Wissenschaftlicher Mitarbeiter und Doktorand am Center for Responsible Artificial Itelligence der Hochschule Coburg)
- Falko Blumenthal (Sozialwissenschaftler und Gewerkschaftssekretär bei der IG Metall München, Schwerpunkt IT und Tech)
Moderation: Theo Glauch und Kai Stührenberg
Abschlusspanel
Mehr als Umverteilung? Linke Industriepolitik in Zeiten von Krise und Krieg
Zum Abschluss der Industrie-Konferenz blicken wir gemeinsam zurück auf die Diskussionen des Tages und voraus auf die weiteren industriepolitischen Fragestellungen. Moderiert von Maxine Fowé (Ökonomin und Autorin) diskutieren:
- Klaus Dörre
(Soziologe und emeritierter Professor für Arbeits-, Industrie- und Wirtschaftssoziologie, Jenaer Zentrum für interdisziplinäre Gesellschaftsforschung. Forscht zu Transformationskonflikten, insbesondere im Bereich Automobilindustrie) - Frederik Moch
(Seit 2016 Leiter der Abteilung Struktur-, Industrie- und Dienstleistungspolitik beim DGB Bundesvorstand in Berlin, Schwerpunkt Transformation der Wirtschaft und der gerechten Gestaltung des Strukturwandels) - Sofia Leonidakis
(Vorsitzende der Linken Fraktionsvorsitzendenkonferenz und seit 2019 der Fraktion Die Linke in der Bremischen Bürgerschaft, hat in dieser Funktion den Versuch begleitet, die Dekarbonisierung des Bremer Stahlwerks zu ermöglichen) - Theo Glauch
(Stellvertretender Parteivorsitzender der Linken mit den Schwerpunkten Energie, Industrie- und Wirtschaftspolitik, promovierter Physiker, arbeitet am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt an der Integration von künstlicher Intelligenz in Erdbeobachtung und Klimamodelle) - Mirze Edis
(Seit 1994 Betriebsratsmitglied bei HKM und Referent im Arbeitsrecht, Betriebsrecht und AGG, seit 2025 Mitglied des Bundestages, Industriepolitischer Sprecher der Fraktion Die Linke, Mitglied des Ausschusses für Wirtschaft und Energie)
Anmeldung zur Industrie-Konferenz
Anmeldung bis zum 26.10.26
Der Tagungsort ist rollstuhlgerecht zugänglich. Weitere Informationen zur Barrierefreiheit sind hier auf der Website der Rosa-Luxemburg-Stiftung zusammengefasst.
Fragen zu organisatorischen Aspekten oder zum Programm können an info@dielinke-fvk.de gerichtet werden.
Zur Debatte um eine linke Industriepolitik
Die industriepolitische Konferenz schließt an politische Debatten und Positionsbestimmungen innerhalb der Fraktionsvorsitzendenkonfernenz und ihren Mitgliedsfraktionen an.
Hier sind einige Papiere der letzten Zeit dokumentiert:
Für eine neue linke Industriepolitik - Positionspapier der Fraktionsvorsitzendenkonferenz (überarbeitete Fassung September 2026)




